Exklusive Lagen in Deutschland

Ein-Weinberg-in-Deutschland

Deutsche Weine haben in den letzten Jahren einiges an Beliebtheit und internationaler Anerkennung gewonnen. Eine neue Winzergeneration hat das Ruder in den Weinbergen an Rhein und Mosel übernommen. Waren es bis dato einige legendäre Erzeuger, deren Wein von sich reden machte, ist deutscher Wein heute in allermunde. Die Winzer bauen verstärkt auf Qualität und Terroir und hinsichtlich letzterem hat das Weinbauland Deutschland auch einiges zu bieten.

Hier stellen wir Dir unsere Lieblingswinzer aus Deutschland vor.

Weingut Büchin

Weinfass-mit-Büchin-Logo

Büchin ist ein junges Familienweingut aus dem Markgräflerland. 2007 gegründet, gehört es zu den Newcomern in der deutschen Weinwelt, aber selten haben wir einen Winzer erlebt, der die Herzen so im Sturm eroberte. Ob Syrah oder Spätburgunder - Gutedel oder Chardonnay, die Weine schmecken nach purer Lebensfreude. 

Lebensfreude ist es auch, die einem begegnet, wenn man das Weingut im badischen Schliengen besucht. Dazu fährt man am besten den Rhein hinauf, Richtung Basel und wenn man vor sich die Schweizer Berge und über den Rhein hinweg das Elsass erblickt, ist man richtig: in der wärmsten Weinbauregion Deutschlands.

Am Ortsrand der kleinen Gemeinde Schliengen fällt ein neues Gebäude auf. Sanft geschwungen schmiegt es sich an die Ausläufer der Weinberge. Es ist das neue Weingut Büchin, Herzensprojekt und eine der vielen guten Ideen des Winzers Markus Büchin.

2015 beschloss dieser, ein eigenes Weingut bauen zu lassen, mit viel Platz, für die wachsende Weinproduktion genauso, wie für die wachsende Familie. Seit Dezember 2016 ist das Gebäude zwar noch nicht in allen Details fertig, doch schon voller Wein und Leben.

Einsichten und Weinstile

Büchin-Cremant-mit-Sektgläsern

Die „lockere Art mit Wein umzugehen“, sagt Markus, „nicht nur nach Oechsle schauen, sondern eine Traube auch mal probieren“, das ist ihm wichtig und das hat er sich in Südafrika abgeschaut. „Überhaupt“, sagt er, „war das eine gute Gelegenheit, die Scheuklappen einmal abzunehmen“. Mit neuen Erfahrungen und Erkenntnissen, kehrte er nach Baden zurück und brauchte erstmal ein gutes Vierteljahr, um sich wieder an den deutschen Rotwein zu gewöhnen.

Aus seiner Zeit als Kellermeistergehilfe auf dem Weingut Saxenburg in Stellenboosch/Südafrika, hat er auch die Leidenschaft für den Syrah mitgebracht. Sie zählt zu den edelsten Rebsorten überhaupt und Büchin keltert aus ihr seinen „Black Pearl“, einen roten Winzersekt. Aus dieser Rebsorte eine Seltenheit. Auch der „stille“ Büchin Syrah ist ein Fest für sich. Kräftig, warm und fruchtig, von rubinroter Farbe – „African Style“, wie Markus sagt.

Der Gegenpol zum Gutedel. Diese alte Rebsorte ist tief verwurzelt mit der Weinkultur des Markgräflerlands und innerhalb Deutschlands auch allein hier anzutreffen. Eine Spezialität Büchins, ist der Rote Gutedel. Ein Weißwein, mit einem zarten roten Schimmer im Glas. Das Geheimnis des Schimmers liegt in den Schalen der Trauben, die gerade genug Farbstoff abgeben, um im Laufe der Maischegärung diesen zarten Rot-Ton in den Wein zu zaubern.

Das Geheimnis der Lage

Wo andere Weine mit blumigen Lagenbezeichnungen aufwarten, findet man bei Büchin – nichts. Das ist eine Besonderheit und um davon zu erzählen, holt Markus noch einmal aus, in die Anfangszeit des Weinguts.

Die Geschichte beginnt 2007, als er mit seinem Onkel Manfred Büchin das Weingut gründet. Zwar ist Markus Büchin zu dieser Zeit Kellermeister in der Winzergenossenschaft Haltingen, aber er ist Winzer und es zieht ihn in den Weinberg. Da keine Rebflächen vorhanden sind, müssen welche gepachtet und teilweise gekauft werden.

Vom „Ländle“ bekommen sie Weinberge in einem Radius von 40 Kilometer angeboten. Der Nördlichste, ist am Castellberg bei Freiburg, der Südlichste befindet sich am Tüllinger Berg zwischen Lörrach und Basel. Nicht nur das Kleinklima, auch die Zusammensetzung der Böden, variiert erheblich innerhalb der Lagen, die die Büchins nun bewirtschaften.

Und hier sind wir beim Geheimnis der fehlenden Lagenbezeichnung angekommen, denn Büchin weiß die Vielfalt des von ihm bewirtschafteten Terroirs geschickt zu nutzen: Welche Eigenschaften die Traube aus dem einen Weinberg nicht mitbringt, bringt vielleicht die, aus einer anderen Lage mit. Geschickt gemischt, ergeben so die besten Eigenschaften der verschiedenen Trauben, den perfekten Wein für Büchin.

 Auch in anderer Hinsicht haben die Büchins Glück gehabt, als sie „mittellos“ oder besser „landlos“ in den Weinbau starteten. Sie bekamen nämlich auch die Lagen angeboten, die mühsam zu bewirtschaften waren, teilweise deswegen sogar brachlagen. Gerne griffen sie zu, denn es handelte sich um Steillagen, heute das Zauberwort für deutschen Wein und in Baden eher rar gesät. Die Büchins erkannten ihr Potential.

Blick in die Zukunft

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In den letzten Jahren haben die Büchins viel aufgebaut. Für ein junges Weingut haben sie einen ordentlichen Bekanntheitsgrad, der Gault&Millaut war zu Gast, vergab „die erste“ Traube, vor allem aber, haben sie eine regelrechte Fangemeinde. Sogar im Kreise der sonst eher überkritischen Rezensenten im Internet, findet man geradezu frenetische Kommentare zum Gastgeber Büchin und seinen Weinen. Überlegten die Büchins in der Anfangsphase der Gründung noch scherzhaft, ob sie sich den Namen „Les Miserables“ zulegen sollten, weht heute ein optimistischer Wind durch das Unternehmen. Der fröhliche, grüne Gecko, der die Etiketten ziert passt gut dazu. Er ist eine Reminiszenz an die Etikettengestaltung südafrikanischer Weine. Aber er soll auch ein Symbol sein, für die naturnahe Bewirtschaftung des Weinbergs. Die Rebflächen sind auf insgesamt 23 ha angewachsen. Die Weine lagern in Tanks und Fässern im Keller des neuen Weinguts und belebt wird das Haus durch die 3 Kinder, die Markus Büchin, zusammen mit seiner Frau Marlitt, neben den Reben noch, erzieht.

Die Familie spielt ohnehin eine große Rolle in dieser Erfolgsgeschichte. Der Onkel, der nebenberuflich unterstützt, die Eltern, die Schwiegereltern und die Ehefrau. Sie „hält ihm den Rücken frei“, wie er selber sagt, kümmert sich um die Kinder, das leibliche Wohl der Gäste und die Büroarbeit. Außer der Familie, gibt es drei feste Mitarbeiter. Einer von ihnen ist Pal, Büchins Kellermeister, für den Wein eine solche Passion ist, dass er sich eine große Rebe aufs Bein tätowieren ließ. Auch er ist von Anfang an mit dabei und bringt seine Leidenschaft in Keller und Weinberg mit ein.

Weingut Heinrichshof

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Die Weine vom Heinrichshof bestechen durch eine Mischung aus Tradition und Minimalismus. Grund genug, neugierig zu werden und die Winzer dieses bemerkenswerten Weinguts kennenzulernen.

Peter und Ulrich Griebeler bewirtschaften das elterliche Weingut in Zeltingen-Rachtig seit 2014 und haben seitdem einiges an frischem Wind in den Traditionsbetrieb gebracht. Peter ist Winzer, ausgebildet in 3 verschiedenen Vorzeigebetrieben. Nach der Ausbildung studierte er Weinbau und Oenologie an der renommierten Hochschule in Geisenheim. Es folgten Reisen in die große, weite Weinwelt und ein halbes Jahr in Kalifornien. Doch ein bisschen stand schon immer die Frage im Raum „wann macht man jetzt das Weingut..?“

Dem Bruder dürfte es ähnlich ergangen sein, auch sein Berufsweg ist eng mit dem Wein verbunden unter anderem genoss er eine Ausbildung als Weinbautechniker. Das Weingut soll seine Eigenständigkeit behalten und trotzdem Lebensgrundlage der Familie bleiben. Doch nach heutigen Standards war der Heinrichshof dazu zu klein, „viel zu klein“, wie Peter Griebeler sagt. Beiden ist die Richtung klar: „Wenn wir den Hof übernehmen, dann muss er Jahr für Jahr wachsen. Wir haben hier tolle Lagen und ein einzigartiges Klima. Da ist viel unausgeschöpftes Potential, lass uns etwas daraus machen.“

Steillagen und Sonnenstunden

Steillage-an-der-Mosel.

„Da ist vor allem ganz viel Mosel“ – Um zu verstehen, was Peter Griebeler damit meint, fährt man am besten selbst einmal die Mosel aufwärts, in Richtung Trier. Entlang des Flusses erstrecken sich Weinberge, in regelmäßigen Abständen führt die Bundesstraße durch kleine vom Weinbau und Winzerwirtschaften geprägte Orte. Hin und wieder staunt man, wie steil die Hänge werden und doch sind sie bis in den höchsten Winkel mit Reben bestockt. Es sind diese Steillagen, das Schiefergestein der Böden und das kühle Weinklima, die im Zusammenspiel die Weine der Mosel so einzigartig machen.

Ihre Weinberge hat die Familie in Richtung Südost und Südwest angelegt, um tagsüber jeden Sonnenstrahl in ihren Reben einzufangen. In den kühlen Nächten entwickelt sich in den Trauben das feine Fruchtaroma. Dazu kommt der Schiefer, der vor allem dem Riesling eine feine Mineralität verleiht.

„Die Freude in den Gesichtern der Freunde beim gemeinsamen Trinken unserer Weine, ja das ist schon mal so viel wert wie zwei Goldmedaillen“ sagt Peter Griebeler vom Weingut Heinrichshof.

Auch das Fachpublikum geizt nicht mit Anerkennung für die Weine vom Heinrichshof. Gault- Millau und Falstaff fanden Geschmack am Stil der Brüder aus Zeltingen-Rachtig und der Eichelmann Weinguide vergibt 2 Sterne im zweiten Jahr der Teilnahme. Gold gab es dann 2017 auf der Asia Wine Trophy in Daejeon/Südkorea. Und das gleich für drei Riesling - Weine: Den „Eiswein“, den Heinrichshof Schloßberg und die „Römische Kapelle“. Die ambitionierten, jungen Winzer haben das Potential ihrer Steillagen erkannt und sie setzen beim Ausbau ganz und gar auf Terroir und beste Qualität. Ihrem Ziel, der Welt zu zeigen was ein Moselriesling kann und gleichzeitig etwas von ihrer Heimat zu erzählen, rücken sie mit jeder Auszeichnung und mit jedem Lächeln, das ihr Wein ihren Freunden ins Gesicht zaubert, näher.

Der herbe Heinrich – mit Eigensinn zum Erfolg

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Mit dem Riesling Der Herbe Heinrich haben die Brüder ihrem Großvater ein Denkmal gesetzt. Heinrich Griebeler hatte schon immer seinen eigenen Kopf und eine ganz eigene Vorliebe für halbtrockenen Riesling. Also kultivierte er schon in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts Weine, die man heute als feinherb bezeichnen würde. Nur gab es diesen Begriff damals noch nicht und der größte Teil der Weingüter an der Mosel kelterte ausschließlich süße Weine. Kurzum: In der Gegend wurde er in Anspielung auf seinen Geschmack nur noch „der herbe Hein“ genannt. Und was machen die Enkel? Sie orientieren sich in die Richtung, die „der herbe Hein“ vorgegeben hat und bauen ihre Weine trocken aus. Den Geschmackssinn haben sie dabei von ihrem Opa geerbt, die Anerkennung der modernen Weinszene ist ihren Weinen damit eröffnet. Denn Juroren auf der Asia Wine Trophy war der 2016er Herbe Heinrich eine Silbermedaille wert.   

Die Brüder blicken auf eine lange Familiengeschichte des Weinbaus.

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Sie erinnern sich gern an die Tage, als sie, noch Kinder, mit in den Weinberg fuhren, klar, um zu helfen, aber genauso, um nachher auf den Weinbergsmauern zu spielen. Heute ist ihr Anspruch kein geringerer, als Weine zu schaffen, die aller (Wein-)welt etwas von ihrer Region erzählen und die Mosel international als Herkunftsgebiet großartiger, trockener Riesling-Weine bekannt zu machen. Dabei helfen könnten die fantastischen Lagen, die sie übernehmen und die gut gepflegten Holzfässer des Vaters und des Großvaters. Diese alten Fuderfässer sind heute teuer und schwer zu bekommen, der Beruf des Küfers, also „Fassmachers“ ist so gut wie ausgestorben. Als eine Generation von Winzern auf moderne Plastiktanks setzte, pflegte man auf dem Heinrichshof trotzdem die alten Fässer und heute stellen sie einen ungeheuren Schatz für die jungen Winzer dar.

In den Weinen vom Heinrichshof stecken Herzblut und tausende Stunden Handarbeit 

„Wenn man das jetzt so sieht“, sagt Peter Griebeler, mit Blick auf die sommerlich arrangierte Flasche „bis der Wein da mal so liegt, das ist schon ´ne lange Geschichte, da ist schon viel Arbeit drin“. „Wir machen uns sehr viel Mühe im Weinberg und bauen den Wein dann im Keller ganz traditionell aus, mit traditionellen Methoden und minimaler Technik.“ Um das Ganze in Zahlen auszudrücken: Ca. 42 000 Einzelrebstöcke werden gepflegt, in teilweise abenteuerlichen Lagen. Jeder Weinstock verlangt ca. 20-30 Arbeitsschritte und sei es nur das Gras drumherum kurz zu halten. Vom ersten Arbeitsschritt im Weinberg stecken allein bis zur Lese grob überschlagen 600-1000 Arbeitsstunden, was sich in den Steillagen auch locker mal verdoppeln kann. 

Die Griebelers sind nah dran an ihren Weinen. Von der Arbeit im Weinberg, über den Ausbau im Keller, dem Abfüllen der Weine, bis zum Anbringen der wunderschönen Etiketten und dem Verkauf und Versand der Weine liegt beim Heinrichshof alles in den Händen der Familie.

Ihr Fleiß ist unser Vergnügen und wir sind uns sicher, sie werden für Ihren Moselriesling noch einiges in der internationalen Weinwelt erreichen!

Winzer-Michel-im-Weinberg

Um zu verstehen, was immer mehr Menschen am deutschen Wein fasziniert, begibt man sich am besten ins Anbaugebiet Nahe. Die Nahe entspringt im Saarland und mündet bei Bingen in den Rhein. Sie umgibt sich mit einer sanft hügeligen Landschaft, mit Höhen bis zu 322 Höhenmetern und vereinzelten Steillagen. Mit ihrem Abwechslungsreichtum in der Bodenbeschaffenheit und ihrem gesegneten Mikroklima ist diese Region wie geschaffen, charakteristische Weine mit abwechslungsreichen Aromen hervorzubringen.

Dieses Potential auszuschöpfen und den Nahe-Weinen zu weltweiter Bekanntheit zu verhelfen hat sich Jungwinzer Peter Michel zur Aufgabe gesetzt.
Nun kann beim Thema Nahe auch wunderbar fachsimpeln, über die verschiedensten Bodentypen und was sie mit den Aromen im Wein anstellen. Oder über die Charakteristik der deutschen Rebsorten, allen voran natürlich der Riesling mit seiner faszinierenden Komplexität.

Doch das ist nicht der Ansatz von Peter Michel. Er nimmt viel lieber die Perspektive seiner Kunden ein und für die gibt es nichts Schöneres, als einen Wein, der schmeckt und einem schönen Moment den richtigen Geschmack verleiht. Die besten Voraussetzungen bringen die Trauben mit. Nun ist es Aufgabe des Winzers, den Weinen zu ihrer schönsten Charakteristik zu verhelfen. Und wem könnte das besser gelingen, als diesem passionierten jungen Winzer, dessen Familie bereits in der 7. Generation mit der Region und Ihren Reben verbunden ist?

Peter Michel kennt die Weinberge seit seiner Kindheit

Weinberg-an-der-Nahe

Heute weiß er, welche Trauben, aus welchen Lagen bestimmte Aromen hervorzaubern können. Für ihn ist Weinbau wie er selber sagt auch „ein Spiel mit den Bodenarten“. Und wenn seine Kunden die Weine dann genießen, hat er sein Ziel erreicht. Für den Jungwinzer aus Bad Sobernheim dreht sich alles um seine Region. Seine Lehrjahre haben ihn nicht in die große weite Welt gezogen. Er hatte sein Ziel fest vor Augen und wusste, wo er die nötige Expertise erlangen konnte, um seinem Nahewein zur für ihn optimalen Form zu verhelfen.

Nach Lehrjahren als Winzer, die ihn in die Pfalz und in einen Betrieb bei Bingen am Rhein geführt haben, kehrte er 2016 zurück ins Weingut Michel, um zusammen mit seinen Eltern den Betrieb in die Zukunft zu führen. Bei aller Konzentration auf die Heimat, an Weltläufigkeit fehlt es Peter Michel nicht. Seine Weine schaffen mühelos den Sprung über den großen Teich. Und wenn unter Weinfans in Amerika der Begriff „Nahe“ mit einem anerkennenden Nicken begrüßt wird, freut er sich über den Erfolg seiner Region, der zu einem guten Teil auch seinen Erfolg ausmacht.

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